Am Südrand der Sahara, in den Savannen und auf landwirtschaftlich genutzten Flächen West- , Ost- und Südafrikas suchen die Störche die ergiebigsten Nahrungsquellen auf, um sich von den Strapazen des Herbstzuges zu erholen und dann bereits wieder Reserven für den Rückzug anzulegen.

 

Es gibt zwei Hauptrouten: eine führt über Gibraltar (Westroute), die andere über den Bosporus (Ostroute) nach Afrika.

Die Ostroute

Die östlich lebenden Störche ziehen über Kleinasien, Syrien, Israel und Ägypten nach Ost- und Südafrika.

Der Flug ins Winterquartier

Im August beginnt der Wegzug ins Winterquartier. Die Jungstörche brechen meist vor ihren Eltern auf und finden selbständig ihren Weg nach Afrika. Mit Hilfe eines inneren "Kompasses" erreichen sie ihr Ziel ohne Führung durch erfahrene Altvögel.

Die Altvögel unternehmen den Zug jedes Jahr, die Jungen kehren erst nach zwei bis vier Jahren, wenn sie brutreif geworden sind, ins Brutgebiet zurück.

Die Westroute

Die westliche Population überquert das Mittelmeer an der Meerenge zu Gibraltar und überwintert in Westafrika in der Sahelzone.

Wenige Rückkehrer

Die ausfliegenden Störche begegnen manchen Gefahren. Wenig mehr als 10% der wegziehenden Jungstörche kommen nach Mitteleuropa zurück. Tödliche Kollisionen und Stromschlag an Freileitungen führen zu hohen Verlusten unter den ziehenden Störchen.

In Südwesteuropa fallen sie Jägern und Schiessern zum Opfer, Andere der stolzen Vögel verenden qualvoll an Verletzungen oder Vergiftungen, die sie sich mit pestizid- und giftbelasteter Nahrung auf Schutt- und Müllhalden zugezogen haben.

Zusammenstösse mit Auto und Bahn, Mangel an günstigen Rastplätzen sowie Nahrungsmangel im Winterquartier in Dürreperioden und Einsatz von Pestiziden sind weitere Verlustursachen.

Hier wäre fast ein Wasserturm zur tödlichen Falle für die ziehenden Störche geworden, hätte nicht unser Team von SOS Storch sie gefunden und gerettet.