Storchenhorste in der Schweiz

Storch Schweiz
Cigogne Suisse

 
 

Das Schicksal der Hochdorfer Landi Störche: von Albert Hauser

Bis letzten Mittwoch, 3.4. beobachtete ich tagtäglich zwei Störche auf dem Landiturm in Hochdorf. Beide im oder am Nest. Wobei ein Exemplar immer sitzend-liegend war. (Evtl. brütend?) Seit letzten Donnerstag, 4.4.  aber, als der Winter zurückkam, beobachte ich nur noch 1 Storch, der das Nest hütet. Ein weiterer Storch kommt zwar öfters zu Besuch, aber nie näher als 30-40 Meter, auf einem anderen Gebäude. Dieser bleibt vielleicht eine halbes Stunde, dann fliegt er wieder fort - zu den Jagdgründen ? Hie und da kommt  es vor, dass noch ein zweiter oder dritter Besucher vorbei kommt; dann umkreisen oder überfliegen sie in allernächster Nähe das bestehende Nest ein paar Minuten lang und entfernen sich wieder. Ja, heute kam es sogar vor, dass einer dieser "Besucher" sich zu nahe an das Nest wagte, sodass das (brütende?) Exemplar aufstehen musste, um den Eindringling (?) zu verscheuchen.

Ich frage mich nun, was hier abgeht und wie lange das Tier im Nest noch ohne Nahrung überlebt.

Ist der  Partner vielleicht abgehauen, verunfallt oder sonst wie verhindert, Nahrung zu bringen ?

Das Befürchtete ist eingetroffen, Storch Schweiz bestätigte mir, dass der Brutstorch HES SE 274 vom Landiturm verunglückte und eingeschläfert werden musste.

Heute Morgen, 10.04. nun „traut“ sich der Neue erstmals auf denselben Turm, auf dasselbe Gebäude.

Nun, heute Vormittag war wieder echt was los. Einerseits ein Einzelgänger, der sich immer näher wagte. Andererseits machten sich bis zu vier Bewerber – davon möglicherweise ein Bewerberpaar ?- an das Gelege.

Warum ein Paar? Zwei dieser Exemplare verstehen sich recht gut, wie es scheint, da sie oft nahe beisammen auf dem Nebenturm stehen. Ich beobachtete schon, dass sonst keiner einen Mitbewerber nur schon in der näheren und weiteren Umgebung duldet.  Und einer dieses Paares(?) versuchte bei dem Gelege zu landen (oder die Brütende zu vertreiben?).

Der lange Kampf um die Witwe und deren Nest scheint entschieden zu sein. Wie Sie gesagt haben –nach einer Woche ! Das war heute ein Endkampf-Tag und ein dauernder Angriffsflug von allen Seiten, was die Flüge der Patrouille Suisse in Emmen zu kümmerlichen hilflosen Flug-Versuchen verblassen lassen.

Zuletzt waren noch drei Bewerber und derjenige von diesen, der sich am meisten um das Nest gekümmert hat, der durfte bleiben. So habe ich es empfunden. Es war auch derjenige, welcher sich bei den jeweiligen Anflügen aufs Nest vom Geflatter der immer mehr geschwächten Lady (oder tat sie nur so ?) nicht mehr beeindrucken liess und einfach am Nest stehen blieb. Dabei bedeutet doch ein Nein ein NEIN.!

Innert einer Minute waren die beiden andern weg und wurden auch nicht mehr hier um die Landi gesehen. Und auch kein weiterer mehr. Das war sehr eindrücklich !  Keine Gifteleien, keine Eifersüchteleien – den ganzen Tag bitter drum gekämpft und – zack, plötzlich wars entschieden und die sind weg !

Eine knappe halbe Stunde später erhob sich die bisher „Brütende“ und setzte sich nicht mehr hin. Das sah ich in dieser Woche zum ersten Mal. Während der letzten Tage erhob sie sich zwar schon, machte irgendwas im Nest und setzte sich höchstens 10 Sekunden später wieder hin.

Unterdessen unternahmen die beiden 2 Mal je einen 200m –Rundflug und das dritte Mal einen längeren Ausflug, an den südlichen Rand des Dorfes, der etwa 8 Minuten dauerte. Und wenn sie wieder im Nest landeten, dann klapperten sie auch schon wie frisch Verliebte !

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