Storchenhorste in der Schweiz

Storch Schweiz
Cigogne Suisse

 
 

2019 Storchendörfer-Treffen in Nord-Mazedonien

Das Dorf, dem 2013 die Ehre zuteil wurde, von EuroNatur zum Storchendorf erklärt zu werden, war vom 12. bis 15. Juli 2019 Gastgeber der 16. Europäischen Storchenkonferenz.

Mitte Juni trafen sich rund fünfzig Vertreter des Netzwerks europäischer Storchendörfer. Das Thema der diesjährigen Konferenz war der Tod durch Stromschlag und die Gefährdung der Störche durch Energieinfrastruktur. Strommasten und -leitungen sind eine tödliche Bedrohung für diese grossen Vögel. Die Storchenschützer aus verschiedenen Storchendörfern tauschten ihre Erfahrungen auf diesem Gebiet aus.

Höhepunkt der Tagung war, als Kinder der örtlichen Schule eine Tanz- und Musikshow in liebevoll gestalteten Kostümen vor dem Storchengebäude aufführten.

Storchenexperten der Europ. Storchendörfer trafen sich Vom 14. bis 17. Juni 2018 in Altreu

Bericht und Foto: Margrith Enggist

Vom 14. bis 17. Juni 2018 trafen sich Vertreter der europäischen Storchendörfer zur 15. Storchendorftagung. Gastgeber war das Storchendorf Altreu. Mehr als fünfzig Storchenschützer aus 12 Ländern kamen Mitte Juni in Altreu zusammen, um über Schritte zur weiteren Förderung des Storchenschutzes in Europa zu diskutieren. Wie immer lag der Schwerpunkt auf Massnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung geeigneter Lebensräume. In diesem Zusammenhang stellten die Delegierten mehrere Projekte aus ihren Gemeinden vor, die sie im Rahmen des von EuroNatur geförderten Programms "Feuchte Wiesen und Weiden" umgesetzt hatten.
Ein weiteres wichtiges Thema war die Entwicklung und Förderung eines nachhaltigen ländlichen Tourismus. Vertreter der verschiedenen Storchendörfer diskutierten lebhaft über diese Thema und liessen sich von einem Tourismusexperten beraten. Erstmals stand auch das Thema Sterblichkeit durch Kollision an Hochspannungsleitungen auf dem Tagungsprogramm. Es gab einen intensiven Gedenkenaustausch über Massnahmen zur Verhütung von Todesfällen an Störchen.

Vom 16.-20. Mai 2017 Storchendörfer treffen sich in Poros - Griechenland

Bericht: Olivier Biber

Foto: Margrith Enggist

 

Das 14. Treffen der Europäischen Storchendörfer fand vom 16.-20. Mai 2017 in Poros, im Evrosdelta in Nordost-Griechenland statt. Die Teilnehmer aus verschiedenen Ländern wurden von den Frauen von Poros aufs Wärmste empfangen, betreut und bewirtet. Für Vorträge und Arbeitsgruppen  standen zwei Säle im Schulhaus zur Verfügung. Am ersten Arbeitstag wurden lokale Aktionspläne der verschiedenen Storchendörfer präsentiert und diskutiert. Einige haben sehr weit gehende Aktionspläne zur Lebensraumverbesserung entwickelt und bereits umgesetzt. Der zweite Arbeitstag war dem Thema Storchenwiesen und -weiden gewidmet. Gute Beispiele aus der Türkei, Bulgarien und Ungarn wurden vorgestellt und diskutiert.

 

Stefan Ferger und Gabriel Schwaderer von EuroNatur haben sich bemüht, alle Teilnehmer mit guten Beispielen von Aktionsplänen aus Storchendörfern und mit der gründlichen Behandlung eines Zentralthemas, der Förderung von Storchenwiesen und -weiden, zu motivieren um künftige Projekte vorzubereiten. Damit ist das Treffen weiter gekommen als die vorangehenden. Zielorientierte Diskussionen haben zur Förderung des Weissstorchs beigetragen. Und auch der gemeinschaftliche Aspekt, der bei diesen Treffen eine grosse Rolle spielt, kam nicht zu kurz. Besonders eindrücklich war der Aufwand der Bevölkerung von Poros und Umgebung, ihre Störche in Szene zu setzen.

 

Storchendörfer-Treffen 2015 in Cigoc, Croatia

Storchenräume in Europa bedroht


„Europäische Storchendörfer“ fordern verbesserten Schutz".

storkvillages

 https://www.storckvillages.net

Storchenschutz im Europäischen Storchendorf Belozem in Bulgarien

Dimitar Popov, Verein Grüner Balkan, Plovdiv

Photos: Verein Grüner Balkan

Mit unserm Preisgeld aus dem Wettbewerb der Europäischen Storchendörfer konnten wir ein besonderes Projekt durchführen. Ursprünglich waren drei verschiedene Aktionen mit einem Aufwand von gut 5000 Euros geplant: ein Farb-Beringungsprogramm für Weissstörche in Bulgarien, die Errichtung eines kleinen Teichs und die Installation von Nestplattformen auf dem Dach der Kirche von Belozem. Mit dem Preisgeld von 3000 Schweizer Franken finanzierten wir ein Teil dieser Aktivitäten:

Im Sommer 2010 erneuerte die Gemeinde das Dach der Geo Milev-Schule in Belozem, das Wahrzeichen unseres Storchendorfs mit seiner Kolonie von zwanzig Brutpaaren. Mit der Erneuerung der Heizung wurden alle Kamine entfernt, auch die zehn, welche vorher Storchennester trugen. Als Ersatz  produzierten wir 15 Horstunterlagen zusätzlich zu den acht bestehenden. So konnten wir insgesamt 23 Horstunterlagen auf dem Schulhausdach errichten und hoffen damit zusätzliche Storchenpaare zum Brüten anzuregen. Die neuen Plattformen wurden im September installiert, nachdem die Brutstörche den Herbstzug bereits begonnen hatten.

Die zweite Tätigkeit war das Beringungsprogramm.   

Ein Pilotprojekt Bulgarien mit den neuen achteckigen ELSA Plastikringen von der Vogelwarte Radolfszell. Die Ringe zerbrechen nicht und ihre Inschrift kann aus grösserer Distanz abgelesen werden. Mit ihnen haben die Ablese- und Rückfundraten stark zugenommen. ELSA Ringe werden heute neben Deutschland auch in Griechenland, Japan, Polen, Rumänien, Ungarn, in der Schweiz und weiteren Ländern benutzt.  Im Sommer 2010 versahen wir 114 Jungvögel mit ELSA Ringen. Mit einer Bewilligung vom Umweltministerium wurden am 18. Juni 50 Nestlinge auf den Dächern des Schulhauses und des Gemeindschaftszentrums in Belozem beringt. Ebenfalls beringt wurden weitere 65 Wildstörche aus der Tierpflegestation in Stara Zagora. Zwölf von ihnen starben kurz nach der Freilassung. Für zwei von ihnen bekamen wir Rückmeldungen aus dem Ausland:

Ein Jungvogel von Tulovo in der Gegend von Stara Zagora wurde am 5. Juli in die Pflegestation eingeliefert und am 11. August mit dem Ring BGS B0317 freigelassen. Er wurde am 27. August von einem Jäger tot unter einem Stromleitungsmast bei Uzunkopru in der grenznahen Türkei gefunden. Er zog also innerhalb von 16 Tagen 134 Kilometer in süd-südöstlicher Richtung. Sein Fundort liegt näher bei den Dardanellen als beim Bosphorus. Dies deutet darauf hin, dass er entlang dem Fluss Maritsa (Evros, Meric) zog und nicht entlang der Vogelzugstrasse am Westufer des Schwarzen Meers  (Via Pontica).

Die zweite Rückmeldung kam aus dem jordanischen Al Karamah nahe der irakischen Grenze. Sie betrifft einen am 24. August beringten Jungstorch aus dem Dorf Brusen mit dem Ring BGS B0358, der am 8. September von der Pflegestation freigelassen wurde. Er wurde am 18. Oktober in Jordanien mit einem verletzten Flügel gefunden, 1588 Kilometer von Stara Zagora. Obwohl ein Tierarzt versuchte ihn zu heilen, starb er. Es ist bemerkenswert, dass er nicht an der Mittelmeerküste gefunden wurde, sondern 350 Kilometer inland tief in der Wüste.

Im Sommer waren Weissstorch-Nestlinge die zahlreichsten Pflegefälle in der Station in Stara Zagora, mehr als 60 Individuen. Sie wurden in einem offenen Gehege gehalten, sodass sie wegfliegen konnten, sobald sie dafür genug Kraft hatten. Leider verunfallten dabei ein paar an Elektroleitungen. So suchten wir nach einer besseren Lösung. Unweit von Stara Zagora konnte, abseits von Elektroleitungen, eine Feuchtwiese gefunden werden, in der Nähe von einem Teich mit einzelstehenden Bäumen in der Landwirtschaftsfläche. Hier erstellten wir künstliche Horstunterlagen auf Bäumen, welche von den Pflegestörchen gerne als sichere Ruheplätze angenommen wurden. So konnten wir weitere Verluste verhindern. (aus dem Englischen gekürzt von Tobias Salathé)

Europäische Storchendörfer-Tagung in Altreu 2010

Europäisches Netzwerk für den Storchenschutz

TagungVom 03. - 06.06.2010 fand eine internationale Tagung und ein Fest der "Europäischen Storchendörfer" in Altreu statt, um neue Wege für einen umfassenden Schutz von Weißstörchen zu entwickeln. Der Weißstorch ist in Europa - trotz positiver Entwicklungen in einigen Regionen - immer noch durch die rasante Veränderung in der Landbewirtschaftung bedroht.

Der kleine Weiler Altreu wurde 2007 von der Stiftung EuroNatur als zehntes „Europäisches Storchendorf“ ausgezeichnet und war somit ein passender Tagungsort. EuroNatur-Projektleiter Dr. Martin Schneider-Jacoby: „ Mit seinem vorbildlichen Engagement zeigt Altreu, dass es auch in intensiv bewirtschafteten Kulturlandschaften möglich ist, Lebensräume für die Störche zurückzuerobern. Von den wertvollen Erfahrungen, die Altreu bei diesem spannenden Experiment sammelt, können auch andere Storchendörfer profitieren.“

Seit 2004 trifft sich das europaweite Netzwerk jedes Jahr in einem der mittlerweile zehn Storchendörfer. Ziel ist es, von den praktischen Erfahrungen der anderen zu lernen und gemeinsam Lösungen für einen wegweisenden Storchenschutz zu entwickeln. Dass diese einzigartige Initiative der Europäischen Storchendörfer Menschen und Natur verbindet, zeigen die großen Storchenfeste, die unter anderem auch im Rahmen der Tagungen ausgerichtet werden. Mit reichhaltigen Kulturprogrammen und vielen Aktivitäten feiern die Einwohner „ihre“ Störche und heißen dazu auch alle interessierten Besucher willkommen.

Neben Vorträgen und Diskussionen konnte die Tagung dieses Jahr noch mit einem weiteren attraktiven Veranstaltungspunkt aufwarten: Die Preisverleihung für den Projekt-Wettbewerb „Europäische Storchendörfer helfen den Störchen“, der unter anderem von EuroNatur, der Gesellschaft Storch Schweiz, der Stiftung Ciconia und der Schweizerischen Vogelwarte gefördert wird. Die Storchendörfer konnten im Vorfeld ihre Projektanträge für einen weitreichenden Schutz der Störche einreichen, von denen die besten am 5. Juni öffentlich prämiert wurden. Damit werden Bürger und Verwaltung der Storchendörfer animiert, gemeinsam ehrgeizige Ziele und Projekte für eine umfassende Förderung ihrer Storchenpopulationen zu entwickeln. Die finanzielle Unterstützung der Projekte stellt hierbei einen zusätzlichen Anreiz dar. „EuroNatur begrüßte, dass sich die Gesellschaft Storch Schweiz mit so viel Engagement in das Netzwerk eingebracht hat. Der von ihr initiierte Wettbewerb hat zu einer Neuausrichtung der Treffen geführt und gibt positive Impulse für das gesamte Netzwerk“, sagt Martin Schneider-Jacoby (Euronatur).